Meine Sicherheitsstrategie für die Wedemark
Sicherheit ist eine der zentralen Aufgaben einer Kommune. Sie bildet die Grundlage für Freiheit, Lebensqualität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass sie sich in ihrer Gemeinde sicher fühlen – auf dem Schulweg, an Bahnhöfen, auf öffentlichen Plätzen, in allen Ortsteilen und im eigenen Zuhause.
Die Wedemark ist heute eine lebenswerte und vergleichsweise sichere Gemeinde. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an kommunale Sicherheit spürbar. Vandalismus an öffentlichen Einrichtungen, Einbrüche, Sachbeschädigungen, Vermüllung öffentlicher Räume sowie ein in Teilen rückläufiges Sicherheitsgefühl zeigen, dass Sicherheit aktiv gestaltet und kontinuierlich weiterentwickelt werden muss.
Zugleich steigen die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an eine handlungsfähige Kommune. Sicherheit ist deshalb nicht allein Aufgabe der Polizei. Auch die Gemeinde selbst trägt Verantwortung für Ordnung, Prävention, Bevölkerungsschutz und den Schutz kommunaler Infrastruktur.
Diese Sicherheitsstrategie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Sie verbindet Prävention, Ordnung, moderne Sicherheitstechnik, Feuerwehr, Bevölkerungsschutz sowie die enge Zusammenarbeit aller Sicherheitsakteure. Im Mittelpunkt steht eine bürgernahe und handlungsfähige Verwaltung.
Ziel dieser Strategie ist klar:
Die Wedemark soll die sicherste Gemeinde der Region Hannover werden!
Leitgedanken der Sicherheitsstrategie
Die Sicherheitsstrategie der Wedemark basiert auf fünf Grundprinzipien:
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Sicherheit beginnt vor der Straftat
Prävention ist wirkungsvoller als nachträgliche Gefahrenabwehr.
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Sicherheit braucht sichtbare Präsenz
Präsenz im öffentlichen Raum wirkt präventiv und stärkt das Sicherheitsgefühl.
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Sicherheit entsteht im Zusammenspiel
Gemeinde, Polizei, Feuerwehr, Schulen, Vereine und Bürgerschaft arbeiten eng zusammen.
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Moderne Technik unterstützt den Menschen
Digitale Lösungen erhöhen die Sicherheit, ersetzen aber nicht menschliche Verantwortung.
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Sicherheit gilt für alle 17 Ortsteile
Alle Bereiche der Gemeinde sollen gleichermaßen von der Sicherheitsstrategie profitieren.
Zur Erreichung der fünf Leitgedanken werden sechs Handlungsfelder definiert, die in den kommenden Jahren mit besonderem Fokus und hoher Priorität bearbeitet werden, um das Ziel einer sicheren Wedemark konsequent zu erreichen.
Einführung eines Kommunalen Sicherheits- und Ordnungsdienstes
Die Gemeinde Wedemark richtet einen kommunalen Sicherheits- und Ordnungsdienst ein. Dieser ist regelmäßig in allen Ortsteilen präsent und dient als sichtbarer Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger.
Zu seinen Aufgaben gehören insbesondere:
- Präsenz an neuralgischen Orten
- Kontrolle öffentlicher Plätze und Anlagen
- Überwachung kommunaler Satzungen
- Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten im kommunalen Zuständigkeitsbereich
- Aufnahme und Weiterleitung von Bürgerhinweisen
- Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen
Der Ordnungsdienst ersetzt ausdrücklich nicht die Polizei. Er ergänzt die bestehende Sicherheitsstruktur und entlastet die Polizei von kommunalen Aufgaben.
Sicherheitspartnerschaft Wedemark
Die Sicherheit der Wedemark lässt sich nachhaltig nur durch ein abgestimmtes und gemeinsames Vorgehen aller Sicherheitsakteure gewährleisten. Eine eng verzahnte Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Polizei schafft die Grundlage für eine vorausschauende und wirksame Sicherheitsarbeit. Regelmäßige Sicherheitskonferenzen bieten hierfür den zentralen Rahmen: Sie ermöglichen den kontinuierlichen Austausch von Erfahrungen, Erkenntnissen und Bürgerhinweisen, fördern ein gemeinsames Lageverständnis und sorgen dafür, dass Entwicklungen frühzeitig erkannt und bewertet werden können. So entsteht ein abgestimmtes Vorgehen, das Synergien nutzt, Doppelstrukturen vermeidet und die Sicherheitsarbeit insgesamt wirksamer macht.
Darauf aufbauend werden gemeinsam:
- Lagebilder erstellt
- Problem- und Brennpunkte identifiziert
- Präventionsmaßnahmen entwickelt
- gemeinsame Kontroll- und Einsatzstrategien abgestimmt
- Veranstaltungen sicherheitsbehördlich begleitet
- Sicherheitsentwicklungen regelmäßig bewertet
Ziel ist eine systematische und abgestimmte Sicherheitsarbeit statt isolierter Einzelmaßnahmen.
Kommunaler Präventionsrat
Die Gemeinde Wedemark braucht eine verbindliche Präventionsstruktur, die Risiken früh erkennt und Maßnahmen koordiniert; ein kommunaler Präventionsrat würde Verwaltung, Politik, Fachstellen und Zivilgesellschaft zusammenbringen, bestehende Angebote vernetzen und Versorgungslücken schließen, sodass Prävention strategisch und nachhaltig statt punktuell erfolgt — die Einführung eines solchen Rates ist deshalb ein sinnvoller Schritt zur Stärkung von Sicherheit, Lebensqualität und Zusammenhalt in der Wedemark.
Dazu richtet die Gemeinde Wedemark einen kommunalen Präventionsrat ein. Dieser setzt sich insbesondere zusammen aus:
- Polizei
- Gemeindeverwaltung
- Feuerwehr
- Schulen
- sozialen Einrichtungen
Der Präventionsrat entwickelt unter Berücksichtigung der Entwicklungen des abweichenden Verhaltens einen kommunalen regelmäßig fortzuschreibenden Präventionsplan mit folgenden Schwerpunkten:
- Jugendgewalt und Delinquenz
- Extremismusprävention
- Vandalismus und Sachbeschädigung
- Einbruchschutz
- Betrugsprävention
- Schutz älterer Menschen
- Gewalt gegen Frauen
- Alkohol- und Drogenprävention
Intelligente und datenschutzkonforme Sicherheitstechnik
Die Wedemark setzt verstärkt auf moderne, datenschutzkonforme Sicherheitstechnik. Bereits heute wird eine Radarüberwachung am Campus W erprobt. Nach Abschluss der Erprobungsphase wird geprüft, an welchen weiteren kommunalen und öffentlichen Einrichtungen ein Einsatz sinnvoll ist.
Schutzbereiche können insbesondere sein:
- Schulen
- Spielplätze
- Bahnhöfe
- Sportanlagen
- Wertstoffsammelstellen
- kommunale Gebäude
Dabei gelten klare Leitplanken:
- vollständige DSGVO-Konformität
- keine Gesichtserkennung
- keine flächendeckende Videoüberwachung
- ausschließlicher Schutz kommunaler Infrastruktur
Ziel ist es, Straftaten zu verhindern und gleichzeitig die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger konsequent zu wahren.
Feuerwehr und Bevölkerungsschutz
Die Freiwilligen Feuerwehren sind das Rückgrat der kommunalen Sicherheitsarchitektur in der Wedemark. Rund 580 ehrenamtlich engagierte Frauen und Männer stehen Tag und Nacht bereit, um Menschen in Not zu helfen und Gefahren abzuwenden. Sie verdienen die bestmögliche Ausstattung sowie eine Gemeinde und eine Politik, auf die sie sich als verlässlicher Eckpfeiler des Bevölkerungsschutzes jederzeit verlassen können.
Die Gemeinde stärkt dieses System durch:
- konsequente Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans
- langfristige und verlässliche Fahrzeugbeschaffung
- Modernisierung und Neubauten der Feuerwehrhäuser
- gezielte Förderung der Jugendfeuerwehren
- Stärkung des Ehrenamts
- Ausbau der Krisenvorsorge
Darüber hinaus wird der Bevölkerungsschutz weiterentwickelt, insbesondere durch:
- schnellere und verständlichere Krisenkommunikation
- Ausbau digitaler Warn- und Informationssysteme
- Aufbau von Notfallpunkten und „Leuchttürmen“ im Gemeindegebiet
- flächendeckende Ausstattung mit Defibrillatoren
- verstärkte Aufklärung zur Selbstvorsorge (z. B. 72-Stunden-Notfallvorsorge)
Sicherheit in allen Ortschaften
Regelmäßige Sicherheitsbegehungen:
Alle 17 Ortsteile werden regelmäßig in gemeinsamen Sicherheitsbegehungen einbezogen. Gemeinde, Polizei, Feuerwehr, Ortsräte und Bürgerinnen und Bürger kommen zusammen, um vor Ort mögliche Sicherheitsprobleme zu erkennen und Maßnahmen zu ihrer Beseitigung zu entwickeln:
Dabei werden beispielsweise geprüft:
- schlecht beleuchtete Wege
- unübersichtliche Kreuzungen
- Angsträume (bspw. Bahnhöfe oder Haltestellen)
- Vandalismus oder Graffiti
- Spielplätze
- Verkehrssicherheit (Schulwege, Radwege)
- illegale Müllentsorgung
So wird Sicherheit vor Ort sichtbar und überprüfbar gemacht.
Schulwegsicherheit weiter voranbringen:
Ein sicherer Schulweg lässt sich nur erreichen, wenn alle Akteure Zusammenarbeiten. Bei der Erstellung von Schulwegsicherungskonzepten ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Polizei, Politik, Schulen, Eltern und vor allem Schülerinnen und Schülern als Nutzerinnen und Nutzern von maßgeblicher Bedeutung.
Beginnend mit Bissendorf hat die Gemeinde Wedemark bereits ein Schulwegsicherungskonzept erstellt und mit der Phase der Umsetzung begonnen. In der Folge müssen alle Grundschulstandorte systematisch abgearbeitet werden. Der Rat der Gemeinde Wedemark hat hierfür einen Fahrplan für die nun folgenden Schulwegsicherungskonzepte beschlossen.
- Bissendorf (Konzept abgeschlossen und in Erprobung umgesetzt)
- Elze
- Mellendorf (inkl. Campus W)
- alle weiteren Grundschulstandorte
Bahnhöfe, Haltestellen und öffentliche Räume
Als Flächengemeinde mit Pendlerverkehr braucht die Wedemark ein besonderes Augenmerk auf Mobilitätsorte. Bahnhöfe, Bushaltestellen und Umstiegsorte müssen sicher, sauber und gut beleuchtet sein. Sie prägen das Sicherheitsgefühl vieler Menschen in der Wedemark Maßgeblich.
Deshalb setzen wir hier auf:
- Weitere konsequente Sanierung der Bushaltestellen in der Wedemark für mehr Barrierefreiheit und Verkehrssicherheit
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Vernetzter Ansatz bei der Sicherheit an Bahnhöfen durch:
- Regelmäßige und sichtbare Präsenz des kommunalen Sicherheits- und Ordnungsdienstes in Bahnhofsumfeldern unter Einbindung von Polizei und der Bahnbetriebe
- Prüfung der Ausweitung der kommunalen und datenschutzkonformen Radarüberwachung auch auf die Bahnhöfe
- Steigerung der Aufenthaltsqualität an den Bahnhöfen durch mehr Beleuchtung und Sitzmöglichkeiten im Bahnhofsumfeld, regelmäßigere Reinigungen durch die Bahnbetriebe
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aufsuchende Sozialarbeit
- Etablierung regelmäßiger Präsenz- und Beratungsangebote an Bahnhöfen, Haltestellen und Campusbereichen zur frühzeitigen Erkennung sozialer Problemlagen und schnellen Vermittlung zu Hilfsangeboten. Die Maßnahme erfolgt abgestimmt mit Polizei, Ordnungsdienst, Bahnbetrieben und sozialen Trägern; Freiwilligkeit, Datenschutz und deeskalative Gesprächsführung haben Vorrang. Vierteljährliche Berichte im Präventionsrat sichern Wirksamkeit und Anpassung
Zusammenfassung
Mit dieser Sicherheitsstrategie soll ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt werden, um Sicherheit, Ordnung und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu stärken. Grundlage bilden fünf Leitgedanken: Prävention hat Vorrang vor nachträglicher Gefahrenabwehr, eine sichtbare Präsenz stärkt das Sicherheitsgefühl, Sicherheit entsteht durch die enge Zusammenarbeit aller Akteure, moderne Technik unterstützt den Menschen unter Wahrung des Datenschutzes und alle 17 Ortsteile werden gleichermaßen in die Sicherheitsarbeit einbezogen.
Zur Umsetzung dieser Leitgedanken definiert die Strategie sechs zentrale Handlungsfelder. Mit der Einrichtung eines kommunalen Sicherheits- und Ordnungsdienstes, einer verbindlichen Sicherheitspartnerschaft mit der Polizei und einem kommunalen Präventionsrat werden Prävention und Ordnung vor Ort gestärkt. Moderne Sicherheitstechnik schützt die kommunale Infrastruktur unter Beachtung hoher Datenschutzstandards. Gleichzeitig werden Feuerwehr und Bevölkerungsschutz weiter ausgebaut und die Krisenvorsorge verbessert. Ergänzend sorgen regelmäßige Sicherheitsbegehungen, die konsequente Weiterentwicklung der Schulwegsicherung sowie Maßnahmen zur Aufwertung von Bahnhöfen, Haltestellen und öffentlichen Räumen dafür, dass Sicherheit in allen Ortsteilen sichtbar und erlebbar wird.
Die Sicherheitsstrategie versteht Sicherheit als dauerhafte Gemeinschaftsaufgabe von Gemeinde, Polizei und Bürgerinnen und Bürgern. Sie schafft die Grundlage dafür, die Wedemark auch künftig als lebenswerte, sichere und handlungsfähige Gemeinde weiterzuentwickeln und das Ziel zu erreichen, die sicherste Kommune der Region Hannover zu werden.