Verwaltung, die begeistert!
Ein Rathaus für den Alltag
Wenn Menschen mit ihrer Gemeinde Kontakt aufnehmen, geht es meistens um ein konkretes Anliegen: eine Baugenehmigung, einen Betreuungsplatz, eine Meldung über einen Schaden, eine Frage zu Gebühren oder Unterstützung in einer schwierigen Situation.
Dann zählt nicht, wie gut ein Organigramm aussieht. Entscheidend ist, ob jemand erreichbar ist, verständlich antwortet und den Vorgang zuverlässig begleitet.
Ich möchte deshalb eine Verwaltung, die den Alltag der Menschen einfacher macht: bürgernah, digital, verbindlich und lösungsorientiert. Eine Verwaltung, die nicht auf ihre Zuständigkeiten verweist, sondern Verantwortung für den Weg zur Lösung übernimmt.
Verwaltung 4.0
Die Wedemark braucht eine Verwaltung, die mit der Zeit geht. Unter Verwaltung 4.0 verstehe ich mehr als neue Computerprogramme. Es geht um eine moderne Organisation, in der digitale Möglichkeiten, gute Arbeitsabläufe und persönliche Beratung zusammenspielen.
Verwaltung 4.0 bedeutet:
- Informationen werden verständlich und aktuell bereitgestellt.
- Anträge können möglichst einfach digital erledigt werden.
- Vorgänge werden intern effizient weitergeleitet.
- Zuständigkeiten sind für Bürgerinnen und Bürger klar erkennbar.
- Beschäftigte werden von unnötiger Routine entlastet.
- Entscheidungen und Bearbeitungsstände werden nachvollziehbarer.
- Persönliche Beratung bleibt dort erhalten, wo sie gebraucht wird.
Die Verwaltung soll sich an den Lebenslagen der Menschen orientieren – nicht daran, welcher Fachbereich intern zuständig ist.
24/7-Bürgerservice
Viele Menschen können nicht innerhalb klassischer Öffnungszeiten ins Rathaus kommen. Sie arbeiten im Schichtdienst, betreuen Kinder, pflegen Angehörige oder möchten ein Anliegen einfach dann erledigen, wenn es in ihren Tagesablauf passt.
Darum möchte ich einen 24/7-Bürgerservice aufbauen. Verwaltungsleistungen sollen rund um die Uhr zugänglich sein – unabhängig davon, ob gerade Montagvormittag oder Sonntagabend ist.
Dazu gehören zum Beispiel:
- digitale Anträge,
- Terminvereinbarungen,
- sichere Übermittlung von Dokumenten,
- Informationen zu erforderlichen Unterlagen,
- Statusabfragen zu laufenden Vorgängen,
- digitale Bescheide auf Wunsch,
- Meldungen zu Schäden und Mängeln,
- sowie Hinweise zu Veranstaltungen, Beteiligungsverfahren und kommunalen Angeboten.
Ein 24/7-Bürgerservice bedeutet nicht, dass rund um die Uhr alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich im Rathaus sitzen müssen. Es bedeutet, dass die wichtigsten Leistungen und Informationen jederzeit verfügbar sind – und dass zu den passenden Zeiten verlässliche persönliche Unterstützung hinzukommt.
Das papierlose Rathaus
Ein modernes Rathaus sollte möglichst ohne unnötige Papierwege auskommen. Heute werden Unterlagen noch immer ausgedruckt, unterschrieben, weitergereicht, abgeheftet und später wieder eingescannt. Das kostet Zeit, bindet Personal und erschwert den Überblick.
Ich möchte die Wedemark zu einem papierlosen Rathausweiterentwickeln. Verwaltungsprozesse sollen digital beginnen, bearbeitet und abgeschlossen werden können. Dokumente sollen sicher gespeichert, intern verfügbar gemacht und – wenn die Bürgerin oder der Bürger es wünscht – elektronisch zugestellt werden.
Das bringt mehrere Vorteile:
- kürzere Bearbeitungswege,
- weniger Medienbrüche,
- geringerer Papierverbrauch,
- bessere Nachvollziehbarkeit,
- schnellere interne Abstimmung,
- und mehr Zeit für Beratung und anspruchsvolle Aufgaben.
Das papierlose Rathaus muss selbstverständlich datenschutzkonform und sicher umgesetzt werden. Digitale Akten dürfen nicht dazu führen, dass sensible Informationen unzureichend geschützt sind. IT-Sicherheit und Datenschutz gehören deshalb von Anfang an zum Konzept.
Papierlos bedeutet außerdem nicht, dass alle Menschen digital arbeiten müssen. Wer Unterlagen in Papierform benötigt, keinen Internetzugang hat oder persönliche Unterstützung bevorzugt, muss weiterhin Zugang zur Verwaltung bekommen.
Ein zentraler Zugang
Für Bürgerinnen und Bürger ist es oft schwer verständlich, warum ein Anliegen an mehreren Stellen bearbeitet wird. Deshalb brauchen wir einen möglichst einfachen Zugang zur Gemeindeverwaltung.
Ein modernes Bürgerdienstleistungszentrum kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Es sollte nicht nur Empfang sein, sondern eine echte erste Anlaufstelle: persönlich, telefonisch und digital.
Menschen sollten dort Antworten auf zentrale Fragen erhalten:
- Was muss ich für mein Anliegen tun?
- Welche Unterlagen werden benötigt?
- Wer ist zuständig?
- Wie lange dauert die Bearbeitung?
- Was passiert als Nächstes?
- Wie kann ich den aktuellen Stand erfahren?
Niemand sollte sich selbst durch die interne Struktur der Verwaltung arbeiten müssen. Die Organisation im Rathaus darf nicht zum Hindernis für die Menschen werden.
Digital und persönlich
Die Digitalisierung kann viele Abläufe beschleunigen. Sie kann aber nicht jedes Gespräch ersetzen. Es gibt Anliegen, bei denen Menschen eine individuelle Beratung, eine Erklärung oder einfach einen erreichbaren Ansprechpartner brauchen.
Deshalb setze ich auf ein Zusammenspiel verschiedener Zugänge:
- Online-Service für alle, die ihr Anliegen digital erledigen möchten,
- Telefon und Rückrufmöglichkeiten für schnelle Auskünfte,
- persönliche Termine für komplexe oder sensible Fragen,
- Unterstützung vor Ort bei digitalen Anträgen,
- barrierearme Informationen und Zugänge,
- und verständliche Sprache in Formularen und Bescheiden.
Eine moderne Verwaltung ist nicht dann gut, wenn sie möglichst wenig persönlichen Kontakt anbietet. Sie ist dann gut, wenn jede Person den passenden Zugang findet.
Verwaltung als Partner
Wer einen Betrieb gründen, investieren, eine Veranstaltung organisieren oder ein gemeinnütziges Projekt starten möchte, sollte nicht an unnötig komplizierten Abläufen scheitern. Die Verwaltung muss Regeln einhalten – aber sie sollte Vorhaben konstruktiv begleiten und frühzeitig auf notwendige Schritte hinweisen.
Ich möchte deshalb:
- eine zentrale Anlaufstelle für Gründungen und Neuansiedlungen,
- verständliche Informationen zu Genehmigungen,
- eine bessere Abstimmung zwischen den beteiligten Fachbereichen,
- Unterstützung bei Fördermöglichkeiten,
- frühzeitige Beratung bei größeren Projekten,
- und feste Ansprechpartner für Vereine und Initiativen.
Die entscheidende Frage sollte möglichst oft lauten: Wie können wir dieses Vorhaben rechtssicher möglich machen?
Gute Verwaltung braucht gute Beschäftigte
Verwaltung 4.0 funktioniert nicht allein mit Technik. Hinter jedem digitalen Verfahren stehen Menschen, die es entwickeln, anwenden, prüfen und verbessern.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde tragen täglich Verantwortung. Sie bearbeiten Anträge, planen Projekte, beraten Einwohnerinnen und Einwohner, kümmern sich um Infrastruktur und halten viele wichtige Leistungen am Laufen.
Damit die Verwaltung auch künftig leistungsfähig bleibt, müssen wir sie als Arbeitgeber stärken:
- durch gute Arbeitsbedingungen,
- gezielte Personalgewinnung,
- regelmäßige Fort- und Weiterbildung,
- modernes Wissensmanagement,
- klare Verantwortlichkeiten,
- zeitgemäße Arbeitsmodelle, wo sie zur Aufgabe passen,
- und eine Führungskultur, die Vertrauen und Eigenverantwortung fördert.
Digitalisierung darf nicht als zusätzlicher Druck bei den Beschäftigten ankommen. Sie muss gemeinsam mit ihnen gestaltet werden. Wer täglich mit den Abläufen arbeitet, weiß meist am besten, wo unnötige Schleifen und vermeidbare Schwierigkeiten entstehen.
Entscheidungen transparent machen
Vertrauen entsteht durch nachvollziehbares Handeln. Bürgerinnen und Bürger müssen nicht jede interne Einzelheit kennen. Sie sollten aber verstehen können, warum eine Entscheidung getroffen wurde und welche Auswirkungen sie hat.
Ich stehe deshalb für:
- verständliche Informationen,
- nachvollziehbare Entscheidungsgrundlagen,
- klare Prioritäten,
- frühzeitige Kommunikation bei wichtigen Vorhaben,
- offene Hinweise auf Kosten und Folgewirkungen,
- und einen ehrlichen Umgang mit Zielkonflikten.
Nicht jede Entscheidung wird allen gefallen. Das gehört zu einer demokratischen Gemeinde. Aber auch schwierige Entscheidungen können auf Akzeptanz stoßen, wenn sie gut begründet, transparent vorbereitet und respektvoll vermittelt werden.
Beteiligung mit Rückmeldung
Bürgerbeteiligung darf nicht bei einer Veranstaltung oder einem Online-Formular enden. Wer Menschen nach ihrer Meinung fragt, sollte anschließend auch erklären, was daraus geworden ist.
Je nach Thema können unterschiedliche Beteiligungsformen sinnvoll sein:
- Ortsteilgespräche,
- digitale Beteiligungen,
- Bürgerwerkstätten,
- Jugendformate,
- thematische Arbeitsgruppen,
- oder direkte Rückmeldemöglichkeiten zu konkreten Projekten.
Entscheidend ist die Rückmeldung:
- Welche Vorschläge wurden aufgenommen?
- Was konnte nicht umgesetzt werden?
- Welche Gründe sprechen dagegen?
- Wie geht es weiter?
Beteiligung ersetzt keine politische Verantwortung. Sie verbessert aber die Qualität von Entscheidungen und sorgt dafür, dass lokales Wissen in die Planung einfließt.
Solide Finanzen und klare Prioritäten
Eine Verwaltung, die begeistert, muss auch mit den finanziellen Möglichkeiten verantwortungsvoll umgehen. Die Gemeinde kann nicht alle Aufgaben gleichzeitig in höchster Geschwindigkeit erledigen. Deshalb müssen Projekte nach nachvollziehbaren Kriterien priorisiert werden.
Für mich zählen dabei insbesondere:
- der konkrete Nutzen für die Menschen,
- die Dringlichkeit,
- die langfristige Wirkung,
- die Nachhaltigkeit,
- die Folgekosten,
- und die Möglichkeit, Fördermittel einzusetzen.
Haushaltskonsolidierung darf nicht bedeuten, wichtige Zukunftsaufgaben pauschal zu verschieben. Sie bedeutet, ehrlich zu planen, Prioritäten zu setzen und die vorhandenen Mittel möglichst wirksam einzusetzen.
Dazu gehören transparente Haushaltsinformationen, ein professionelles Fördermittelmanagement und interkommunale Zusammenarbeit dort, wo sie tatsächlich Vorteile bringt.
Mein Anspruch
Verwaltung muss nicht spektakulär auftreten. Sie muss zuverlässig sein. Sie muss nicht jeden Wunsch erfüllen. Aber sie muss jedem Menschen mit Respekt begegnen und verständlich erklären, was möglich ist.
Mein Ziel ist eine Wedemärker Verwaltung, die:
- rund um die Uhr digitale Zugänge anbietet,
- persönliche Beratung sichert,
- papierlos und effizient arbeitet,
- Datenschutz und Sicherheit ernst nimmt,
- Mitarbeitende stärkt,
- Beteiligung mit Rückmeldung organisiert,
- und Entscheidungen transparent vermittelt.
Verwaltung 4.0 bedeutet für mich: ein 24/7-Bürgerservice, ein papierloses Rathaus und eine Verwaltung, die den Menschen nicht zusätzliche Wege aufgibt, sondern ihnen Wege abnimmt.
Denn gute Verwaltung zeigt sich nicht in großen Begriffen, sondern in jedem einzelnen Kontakt: in einer verständlichen Antwort, einem funktionierenden Antrag, einem verlässlichen Rückruf und einer Lösung, die im Alltag ankommt.