Wohnen mit Zukunftsperspektive!
Zuhause muss bezahlbar und lebenswert bleiben
Die Wedemark ist ein besonderer Ort zum Leben. Unsere Dörfer haben ihren eigenen Charakter, Menschen kennen sich, Vereine und Nachbarschaften verbinden Generationen. Gleichzeitig wächst unsere Gemeinde. Das ist ein Zeichen ihrer Attraktivität – stellt uns aber auch vor eine wichtige Aufgabe: Wie schaffen wir Wohnraum, ohne das zu verlieren, was die Wedemark ausmacht?
Für mich ist klar: Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Es geht um Sicherheit, Lebensqualität und die Möglichkeit, in der eigenen Gemeinde bleiben zu können – unabhängig davon, ob man jung ist, eine Familie gründet, im Alter kleiner wohnen möchte oder auf barrierefreie Angebote angewiesen ist.
Eine zukunftsfähige Wohnraumpolitik muss deshalb mehrere Ziele miteinander verbinden:
- bezahlbaren Wohnraum schaffen,
- unsere dörflichen Strukturen bewahren,
- vorhandene Flächen sinnvoll nutzen,
- Familien und ältere Menschen gleichermaßen berücksichtigen,
- soziale Begegnung ermöglichen,
- Klima- und Hochwasserschutz von Anfang an mitdenken,
- und die notwendige Infrastruktur frühzeitig mitplanen.
Wachstum mit Augenmaß
Die Wedemark darf sich weiterentwickeln. Aber Wachstum darf kein Selbstzweck sein. Neue Baugebiete allein lösen die Wohnungsfrage nicht, wenn gleichzeitig Kitas, Schulen, Verkehr, Einkaufsmöglichkeiten und soziale Angebote nicht mitwachsen.
Ich möchte deshalb eine Gemeindeentwicklung, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientiert. Neue Wohnungen müssen dort entstehen, wo sie gut angebunden sind und wo die notwendige Infrastruktur vorhanden ist oder zeitgleich geschaffen werden kann. Dabei sollten wir unsere Ortsteile differenziert betrachten: Was in Mellendorf oder Bissendorf sinnvoll ist, muss nicht automatisch der richtige Weg für jeden kleineren Ortsteil sein.
Es geht nicht darum, überall möglichst viel zu bauen. Es geht darum, an den richtigen Stellen das Richtige zu entwickeln.
Dazu gehören:
- eine vorausschauende Bauleitplanung,
- eine frühzeitige Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner,
- eine klare Betrachtung der Auswirkungen auf Verkehr, Schulen, Kitas und Umwelt,
- der Schutz ortsbildprägender Strukturen,
- und eine transparente Kommunikation über Ziele, Chancen und Grenzen von Bauprojekten.
Bezahlbarer Wohnraum für alle Generationen
Viele Menschen erleben, dass geeignete Wohnungen in der Wedemark schwer zu finden oder kaum bezahlbar sind. Junge Erwachsene möchten in ihrer Heimat bleiben, Familien benötigen größere Wohnungen und ältere Menschen suchen häufig eine barrierearme Alternative, ohne ihr vertrautes Umfeld verlassen zu müssen.
Deshalb brauchen wir ein breiteres Angebot für unterschiedliche Lebenssituationen. Dazu zählen klassische Mietwohnungen ebenso wie geförderter Wohnraum, kleinere Wohnungen, barrierefreie Angebote und neue gemeinschaftliche Wohnformen.
Besonders wichtig ist mir, dass die Gemeinde ihre eigenen Möglichkeiten konsequent nutzt. Die Wedemark Bau- und Entwicklungsgesellschaft kann dabei eine wichtige Rolle übernehmen. Sie sollte zu einem starken Instrument kommunaler Wohnraumpolitik weiterentwickelt werden – nicht mit dem Ziel, den privaten Wohnungsmarkt zu ersetzen, sondern um dort Verantwortung zu übernehmen, wo der Markt allein keine ausreichenden Angebote schafft.
Mögliche Ansätze sind:
- mehr geförderte Mietwohnungen,
- ein angemessener Anteil bezahlbarer Wohnungen bei geeigneten Neubauvorhaben,
- kleinere und barrierearme Wohnungen für ältere Menschen,
- Wohnangebote für Auszubildende, junge Erwachsene und Alleinerziehende,
- gemeinschaftliche Wohnprojekte,
- Mehrgenerationenhäuser,
- und eine stärkere Nutzung kommunaler Grundstücke für gemeinwohlorientierte Wohnformen.
Dabei muss bezahlbarer Wohnraum nicht automatisch mit einfacher oder minderwertiger Bauweise verbunden sein. Gute Architektur, niedrige Folgekosten und eine nachhaltige Ausführung gehören zusammen.
Im Dorf bleiben können
Eine lebendige Gemeinde bietet ihren Einwohnerinnen und Einwohnern die Möglichkeit, auch in unterschiedlichen Lebensphasen in ihrem Ortsteil zu bleiben. Wer in der Wedemark aufgewachsen ist, sollte nicht gezwungen sein, wegen fehlender kleiner Wohnungen wegzuziehen. Und wer im Alter seine bisherige Wohnung nicht mehr bewältigen kann, sollte eine passende Alternative in vertrauter Umgebung finden können.
Dafür brauchen wir Wohnformen, die näher an den Lebensrealitäten der Menschen liegen:
- Wohnungen für junge Familien,
- kleinere Wohnungen für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte,
- barrierearme und möglichst barrierefreie Wohnungen,
- betreute oder unterstützte Wohnangebote,
- gemeinschaftliche Wohnprojekte,
- und Häuser, in denen mehrere Generationen unter einem Dach oder in unmittelbarer Nachbarschaft leben können.
Solche Projekte können dazu beitragen, dass Ortskerne lebendig bleiben. Sie schaffen Nachfrage für den örtlichen Handel, stärken Nachbarschaften und erleichtern den Zugang zu sozialen Angeboten.
Ortskerne stärken statt Flächen verbrauchen
Unsere Dorfkerne sind mehr als historische Kulissen. Sie sind Orte der Begegnung, der Versorgung und der Identifikation. Eine kluge Wohnraumpolitik muss deshalb auch prüfen, wie bestehende Gebäude, Baulücken und bereits erschlossene Flächen besser genutzt werden können.
Innenentwicklung hat dabei mehrere Vorteile: Sie kann zusätzlichen Flächenverbrauch reduzieren, vorhandene Infrastruktur besser auslasten und dazu beitragen, dass Ortskerne nicht ausbluten. Gleichzeitig darf Nachverdichtung nicht bedeuten, dass Grünflächen verschwinden oder die Wohnqualität ohne Rücksicht eingeschränkt wird.
Für mich gilt daher: Innenentwicklung ja – aber mit Qualität und Augenmaß.
Das bedeutet:
- Baulücken und Leerstände systematisch erfassen,
- bestehende Gebäude möglichst sinnvoll weiterentwickeln,
- Um- und Ausbau ermöglichen, wenn Ortsbild und Nachbarschaft berücksichtigt werden,
- Grün- und Freiflächen schützen,
- Versiegelung begrenzen,
- und bei größeren Vorhaben die Auswirkungen auf die Umgebung offen darstellen.
Die Menschen vor Ort müssen erkennen können, warum ein Vorhaben sinnvoll ist und wie Belange der Nachbarschaft berücksichtigt werden.
Wohnen, das Klima und Ressourcen schützt
Die Wohnungen, die heute geplant und gebaut werden, prägen die Wedemark für viele Jahrzehnte. Deshalb müssen Klimaschutz und Klimaanpassung von Anfang an Bestandteil jeder größeren Wohnbauentwicklung sein.
Zukunftsfähiges Wohnen bedeutet für mich nicht, jedem Projekt dieselbe technische Lösung vorzuschreiben. Es bedeutet, die örtlichen Bedingungen ernst zu nehmen und wirtschaftlich tragfähige Konzepte zu entwickeln.
Dazu gehören zum Beispiel:
- energieeffiziente Gebäude,
- eine gute Ausrichtung und Verschattung,
- Photovoltaik, wo sie sinnvoll und möglich ist,
- erneuerbare Wärmeversorgung,
- Begrünung von Dächern und Fassaden,
- Regenwasserrückhaltung und Versickerung,
- weniger versiegelte Flächen,
- schattenspendende Bäume,
- und eine robuste Planung für Hitze, Starkregen und längere Trockenperioden.
Gerade bei neuen Wohngebieten darf Regenwasser nicht erst dann zum Thema werden, wenn der Keller vollgelaufen ist. Wassermanagement, Überflutungsschutz und die Entlastung bestehender Systeme müssen in die Planung einbezogen werden.
Ebenso wichtig ist der Blick auf die langfristigen Kosten. Eine Wohnung ist nicht wirklich günstig, wenn hohe Energie- und Nebenkosten die Bewohnerinnen und Bewohner dauerhaft belasten. Nachhaltiges Bauen muss deshalb immer auch bezahlbares Wohnen im Betrieb im Blick behalten.
Infrastruktur gehört zum Wohnungsbau
Neue Wohnungen schaffen neue Nachbarschaften. Damit diese gut funktionieren, braucht es mehr als Straßen und Stellplätze.
Wo Menschen wohnen, müssen auch Kinderbetreuung, Schulen, sichere Wege, öffentlicher Nahverkehr und Einkaufsmöglichkeiten erreichbar sein. Treffpunkte, Spielplätze, Grünflächen und Räume für Vereine tragen wesentlich dazu bei, ob aus einem Neubaugebiet ein lebendiger Teil der Gemeinde wird.
Ich möchte deshalb, dass bei neuen Wohnprojekten frühzeitig geprüft wird:
- Reichen die Kita- und Schulkapazitäten aus?
- Sind sichere Wege für Kinder vorhanden?
- Gibt es eine gute Anbindung an Bus, Bahn und sprinti?
- Sind Einkaufsmöglichkeiten und medizinische Angebote erreichbar?
- Werden Spiel- und Aufenthaltsflächen eingeplant?
- Ist die Barrierefreiheit von Anfang an gewährleistet?
- Wie werden Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz berücksichtigt?
- Und wie kann das neue Quartier in die bestehende Dorfgemeinschaft integriert werden?
Diese Fragen dürfen nicht erst gestellt werden, wenn die ersten Wohnungen bereits bezogen sind.
Beteiligung, die mehr ist als Information
Wohnungsbau verändert das Umfeld. Deshalb müssen Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einbezogen werden – nicht erst, wenn alle wesentlichen Entscheidungen gefallen sind.
Beteiligung bedeutet für mich nicht, jede Veränderung zu verhindern. Sie bedeutet, Argumente ernst zu nehmen, Konflikte rechtzeitig sichtbar zu machen und Verbesserungen möglich zu machen.
Bei größeren Vorhaben sollten die Menschen vor Ort nachvollziehbar erfahren:
- Was ist geplant?
- Warum wird an diesem Standort gebaut?
- Welche Alternativen wurden geprüft?
- Welche Auswirkungen sind zu erwarten?
- Wie werden Verkehr, Natur und Infrastruktur berücksichtigt?
- Welche Vorteile entstehen für den Ortsteil?
- Und an welchen Stellen kann die Öffentlichkeit tatsächlich Einfluss nehmen?
Eine solche Beteiligung schafft keine Einigkeit in jedem Punkt. Aber sie schafft Vertrauen – und Vertrauen ist die Grundlage für gute Gemeindeentwicklung.
Mein Ziel für die Wedemark
Ich möchte eine Wedemark, in der Menschen gerne leben und auch im Alter bleiben können. Eine Gemeinde, in der Familien bezahlbaren Wohnraum finden, junge Menschen eine Perspektive haben und Seniorinnen und Senioren passende Angebote in ihrem vertrauten Umfeld erhalten.
Dafür brauchen wir keine isolierten Einzelmaßnahmen, sondern eine Wohnraumpolitik, die Bauen, Dorfentwicklung, Mobilität, Klimaschutz, soziale Infrastruktur und solide Finanzen miteinander verbindet.
Mein Ziel ist eine Entwicklung,
- die unsere Dörfer stärkt,
- die bezahlbares Wohnen ermöglicht,
- die Natur und Landschaft respektiert,
- die vorhandene Infrastruktur sinnvoll nutzt,
- die neue Angebote für verschiedene Generationen schafft,
- und die Entscheidungen transparent und gemeinsam mit den Menschen vorbereitet.
Die Wedemark soll wachsen können, ohne beliebig zu werden. Sie soll modern bleiben, ohne ihre Identität zu verlieren. Und sie soll ihren Einwohnerinnen und Einwohnern auch in Zukunft ein Zuhause bieten, das Sicherheit, Gemeinschaft und Lebensqualität verbindet.
Wohnen mit Zukunftsperspektive heißt für mich: heute vorausschauend planen, damit morgen gute Nachbarschaften entstehen können.
Beteiligung mit Rückmeldung
Bürgerbeteiligung darf nicht bei einer Veranstaltung oder einem Online-Formular enden. Wer Menschen nach ihrer Meinung fragt, sollte anschließend auch erklären, was daraus geworden ist.
Je nach Thema können unterschiedliche Beteiligungsformen sinnvoll sein:
- Ortsteilgespräche,
- digitale Beteiligungen,
- Bürgerwerkstätten,
- Jugendformate,
- thematische Arbeitsgruppen,
- oder direkte Rückmeldemöglichkeiten zu konkreten Projekten.
Entscheidend ist die Rückmeldung:
- Welche Vorschläge wurden aufgenommen?
- Was konnte nicht umgesetzt werden?
- Welche Gründe sprechen dagegen?
- Wie geht es weiter?
Beteiligung ersetzt keine politische Verantwortung. Sie verbessert aber die Qualität von Entscheidungen und sorgt dafür, dass lokales Wissen in die Planung einfließt.
Solide Finanzen und klare Prioritäten
Eine Verwaltung, die begeistert, muss auch mit den finanziellen Möglichkeiten verantwortungsvoll umgehen. Die Gemeinde kann nicht alle Aufgaben gleichzeitig in höchster Geschwindigkeit erledigen. Deshalb müssen Projekte nach nachvollziehbaren Kriterien priorisiert werden.
Für mich zählen dabei insbesondere:
- der konkrete Nutzen für die Menschen,
- die Dringlichkeit,
- die langfristige Wirkung,
- die Nachhaltigkeit,
- die Folgekosten,
- und die Möglichkeit, Fördermittel einzusetzen.
Haushaltskonsolidierung darf nicht bedeuten, wichtige Zukunftsaufgaben pauschal zu verschieben. Sie bedeutet, ehrlich zu planen, Prioritäten zu setzen und die vorhandenen Mittel möglichst wirksam einzusetzen.
Dazu gehören transparente Haushaltsinformationen, ein professionelles Fördermittelmanagement und interkommunale Zusammenarbeit dort, wo sie tatsächlich Vorteile bringt.
Mein Anspruch
Verwaltung muss nicht spektakulär auftreten. Sie muss zuverlässig sein. Sie muss nicht jeden Wunsch erfüllen. Aber sie muss jedem Menschen mit Respekt begegnen und verständlich erklären, was möglich ist.
Mein Ziel ist eine Wedemärker Verwaltung, die:
- rund um die Uhr digitale Zugänge anbietet,
- persönliche Beratung sichert,
- papierlos und effizient arbeitet,
- Datenschutz und Sicherheit ernst nimmt,
- Mitarbeitende stärkt,
- Beteiligung mit Rückmeldung organisiert,
- und Entscheidungen transparent vermittelt.
Verwaltung 4.0 bedeutet für mich: ein 24/7-Bürgerservice, ein papierloses Rathaus und eine Verwaltung, die den Menschen nicht zusätzliche Wege aufgibt, sondern ihnen Wege abnimmt.
Denn gute Verwaltung zeigt sich nicht in großen Begriffen, sondern in jedem einzelnen Kontakt: in einer verständlichen Antwort, einem funktionierenden Antrag, einem verlässlichen Rückruf und einer Lösung, die im Alltag ankommt.